herzlich willkommen beim KIRCHENCHOR SURSEE

Aktiv

ist unser Chor und seit über 130 Jahren fester Bestandteil der Surseer Kulturlandschaft. Bestehend aus rund 40 Chormitgliedern umrahmen wir mit unserem Gesang einen grossen Teil der festlichen Gottesdienste in der Kirche, sind aber auch an musikalischen Projekten und weltlichen Konzerten zu hören. Gesellige Höcks und ein jährlicher Ausflug bereichern unser Vereinsleben. Spritzige Sprüche der „Chelemüüs“ am Narrenlauf erheitern die Surseer Bevölkerung an der Fasnacht.

Vielseitig

ist unsere Musik. Kirchenmusikalische Werke grossartiger Komponisten aus nah und fern, geschrieben  in verschiedenen E pochen und  in sprachlicher Vielfalt, spornen uns als Laienchor immer wieder zu Höchstleistungen an. In Begleitung der Orgel oder auch mit Orchester und Solisten sind unsere Auftritte für jeden Einzelnen ein Erlebnis. Jeweils am Donnerstagabend proben wir von 19.30 bis 21.30 Uhr im speziellen Ambiente der Klosterkirche Sursee.

Singfreudig

sind vielleicht auch Sie? Gastsängerinnen und Gastsänger sind jederzeit im Chor willkommen. Wir bieten die Möglichkeit an einzelnen Projekten teilzunehmen (s. Projekte). Profitieren Sie von der kostenlosen, professionellen Stimmbildung sowie auch Stimmführung von Singprofis in den einzelnen Registern. Erfüllen Sie sich einen Wunsch und bereichern Sie mit Ihrer Stimme unseren Chor – wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

 

Isabelle Deplazes – Präsidentin

 


Choral am Passionssonntag

Choralschola singt in Schenkon und Sursee

Am 07. April 2019 singen die Herren der Choralschola Sursee um 9.15 Uhr in Schenkon und um 10.30 Uhr in Sursee Choräle. Der einstimmige gregorianische Choral ist die älteste schriftlich überlieferte Musik des Abendlandes. Seine Wurzeln reichen ins hochentwickelte Musikverständnis der Antike. Die Auseinandersetzung mit dem Choralsingen lässt uns daher mit Philosophie Bekanntschaft machen.

 

Aristoteles(384 bis 322 vor Christus) schrieb: Wir fühlen uns innerlich verändert, umgewandelt, wenn wir Musik hören. - Wie könnte das geschehen, wenn nicht Harmonie und Rhythmen eine innere Verwandtschaft mit der Seele und ihren Zuständen und Bewegungen hätte? Die Musik besitzt die Fähigkeit, dem Gemüte eine bestimmte sittliche Beschaffenheit zu geben. - Aristoteles’ Worte sind im Gotteslob des gregorianischen Chorals zu hören. Die alten Tonarten, genannt Modi (dorisch, phrygisch, lydisch, mixolydisch, äolisch und weitere), welche in den Chorälen verwendet werden, haben direkt mit Philosophie zu tun.

 

Aristoteles schreibt: Die musikalischen Modi unterscheiden sich wesentlich voneinander, und diejenigen, die sie hören, werden durch jeden Modus anders beeinflusst. Einige Modi machen Menschen traurig und bedrückt,…; andere schwächen den Verstand, …; andere erzeugen wiederum ein gemäßigtes oder bereinigtes Gemüt, …; ein weiteres spornt die Begeisterung an. 

 

Die Choralschola beginnt in der phrygischen Tonart mit dem PsalmIudica me deus(Rette mich vor bösen und tückischen Menschen). Phrygisch wird besonders häufig in der Fastenzeit verwendet, eine schwierige Tonart, welche als „klagend, wehmütig und flehend“ beschrieben wird. Ganz anders wirkt der dorische Hymnus Audi benigne conditor(Vernimm, du guter Schöpfergott). Dorisch entspricht eher den Hörgewohnheiten der Gegenwart und ist deshalb leichter zu singen. Die Tonart wird seit der Antike als ernst, würdevoll und erhaben beschrieben.

 

Die Wirkung der meditativen Gesänge und der Tonarten, darüber wurden sich die Männer der Choralschola einig, wird beim Erarbeiten und Singen erfahrbar. 

Festgottesdienst am Ostersonntag, 21. April 2019

 Der Kirchenchor Sursee singt am Oster Sonntag 21. April 2019 in der Pfarrkirche St. Georg um 10.30 Uhr mit dem Orchester Sursee – Sempach und den Solisten die wunderbare Beethoven Messe in C-Dur. 

Am Festgottesdienst um 10.30 Uhr am Ostersonntag warten der Kirchenchor Sursee und das Orchester Sursee-Sempach mit Teilen aus der Messe in C-Dur von Ludwig van Beethoven auf. Die Solisten sind Marianne Steffen, Sopran; Monica Treichler, Alt; Raphael Höhn, Tenor; Aram Ohanian, Bass. 

Die Messe zu erarbeiten ist für alle Beteiligten eine Herausforderung und besondere Freude. Der Dirigent Peter Meyer hat sich auf Wunsch des begeisterten Vorstandes und der Sängerinnen und Sänger überzeugen lassen, dass sie gemeinsam ein so intensives und anspruchsvolles Werk angehen. Die schrittweise Erarbeitung der Messe in C-Dur hat sich herumgesprochen und einige interessierte Gastsängerinnen und Gastsänger motiviert, mitzusingen.

 

„Die Messe in C-Dur ist keine gewöhnliche Kirchenmusik“ sagt Peter Meyer. „Sie ist in jedem Moment eine Herausforderung, packend, fordernd und klingende Philosophie. Auch die Hintergründe der Messe sind interessant und aufschlussreich:

 

Blick auf Beethoven in den Jahren 1804-1808. - Endlich, so glaubt er, hat er seine große Liebe gefunden, Josephine Brunsvik, verwitwete Gräfin Deym. Ein schwieriges, wechselhaftes Verhältnis nimmt seinen Lauf. In dieser Zeit entstehen viele von Beethovens größten Werken: Die Vierte bis Sechste Symphonie, das vierte Klavierkonzert, das Violinkonzert, die komplexen Streichquartette für den Grafen Rasumovsky, die "Appassionata", die Messe in C-Dur. Die Liebe scheint seine Kreativität zu beflügeln. – Zugleich kämpft Beethoven mit seiner zunehmenden Taubheit „Wie ein Verbannter muss ich leben“ schreibt er. Dies ist der Grund, weshalb er sich als Pianist zunehmend aus dem Konzertleben zurückziehen muss und sich auf das Komponieren konzentriert.

 

Im Dezember 1808 gibt Beethoven ein epochales Konzert: Die fünfte Symphonie, genannt „die Schicksalssymphonie“ erblickt das Licht der Welt. Das Programm ist vollgepackt mit großen Werken der letzten Jahre, unter anderem auch mit seiner Messe in C-Dur.

 

Sie ist Beethovens erste seiner zwei Messen. Er orientiert sich beim Komponieren an den Messen seines verehrten Lehrers Joseph Haydn, geht jedoch auf eine neue und ganz und gar unkonventionelle Art mit der Vertonung der Texte um, was sowohl die Musiker wie auch die Zuhörer fordert. Er verändert oder intensiviert textliche Inhalte mit einer neuen musikalischen Sprache. Die Messe in C-Dur ist kein blosses Auftragswerk mehr, sondern ein persönliches Statement von ungewohnter Tiefe. 

 

Die Messe brachte Beethoven just die Kritik des Auftraggebers, Fürst Esterhazy, ein: „Aber, lieber Beethoven, was haben Sie denn da wieder gemacht?“- Beethovens Musik war neuartig, rigoros, grossartig, herausfordernd. – Und sie hat diesen Charakter bis heute bewahrt!